Warum ich meine Facebook-Fanpage schloss

Meine Jahresziele habe ich am vorletzten Tag von 2016 gesetzt und mittlerweile sind drei Monate vergangen. Ich wollte bewusster nach den Jahreszeiten leben und so nutzte ich den Übergang vom Winter zum Frühling für genau das: Altes hinter mir lassen, aufräumen, wegschmeißen, löschen – kurz: Platz machen für Neues.

Und gestern habe ich mich spontan dazu entschlossen, meine Facebook-Fanpage von Bea Creative zu schließen.

 

Kaffee in Tasche auf Milchschaum Smiley mit Daumen hoch

PIN IT! Danke an meine 151 Fans bei Facebook, die mich 1 Jahr lang begleitet haben!

PIN IT!

Eigentlich hatte ich das schon lange in meinem Herzen bewegt. Warum?

Well, in den Blogger- und Onlinemarketing-Gruppen, in denen ich auf Facebook bin, lese ich regelmäßig immer wieder eine, mehr oder weniger verzweifelte Frage: Wie funktioniert der Facebook-Algorithmus, warum habe ich 1.000 Seiten-Fans, bekomme aber kaum Likes oder Kommentare und warum hat jemand meinen Post gesehen, jemand anders aber nicht?

Onlinemarketer haben dann darauf regelmäßig folgende Antwort und zwar sinngemäß diese: Definiere klar Ziele und Zielgruppe und dann poste regelmäßig Content, mit dem die User gern interagieren. Alles richtig…

… aber so mühselig.

Immer zu überlegen: Was will Facebook jetzt? Was wollen die User? Wie oft soll ich posten und wann? Soll ich mich in Videos zeigen oder nicht? Warum klappt es immer noch nicht? Mir fehlt da diese Leichtigkeit, die ich zum Beispiel bei Instagram empfinde.

 

Instagram Feed des Autors Bloggerin Bea Creative

PIN IT! Gerade blüht’s in meinem Feed bei Insta wie wild.

PIN IT!

Klar ist es dort auch nicht so leicht, die Community aufzubauen. Wenn du nicht gleich zurückfolgst, ist der neue Follower zwei Tage später wieder weg – oder er entfolgt dich sowieso. Auch gibt es diese einerseits praktische, andererseits zwiespältige Funktion „Lade deine Freunde ein, deine Seite mit Gefällt mir zu markieren“ nicht oder nicht genau so. Aber Instagram hat diese wunderbare Leichtigkeit: Ein schönes Bild posten, ein paar Hashtags dazu – und zack! ist ein Like da, noch dazu von einem Instagram-Blogger mit einem wirklich tollen Feed aus einer spannenden Stadt oder mit einem interessanten Themenschwerpunkt.

Am Ende meiner Jahreszielplanung offenbarte ich, dass ich bald zu den 40-Somethings gehöre. (Man kann natürlich auch mit Coco Chanel sagen: „Forever 39“). Grob gerechnet, ist die Hälfte meines Lebens schon vorbei. Ich bin nun an einem Punkt, wo ich immer öfter merke, dass ich Mühseliges nicht mehr mag – und auch nicht Schweres, Kompliziertes, Undurchdachtes. Ich hab Lust auf leicht. Und das erkenne ich da, wo ich emotional hingezogen werde. Wo ich durch Türen gehe und nicht vor Hürden stehe.

Als ich mit dem Projekt Bea Creative vor einem Jahr begann, war genau wie jetzt die Zeit vor Ostern und ich befand mich in einer Onlinemarketing-Weiterbildung. Der Blog war von Anfang an immer ein Herantasten und Ausprobieren. Vielleicht würde ich mit dem Projekt einmal Geld verdienen. Vielleicht nicht. Aus dem anfänglichen Versuch, brav auf meinen Dozenten zu hören und eine Nische zu suchen, deren zugespitzte Zielgruppe dann stringent mit Long tail Keywords bedient wird, bis ich bei Google auf der ersten Seite und dort möglichst ganz oben in den nicht-bezahlten Suchergebnissen erscheine, wurde nichts. Automatisch öffnete ich mich wieder anderen Themen und wurde undefinierbarer. Ich postete unter meiner Blogspot-Domain was mir in den Sinn kam. Parallel baute ich meine Social-Media-Präsenzen auf, und auch das war immer ein „Probieren geht über Studieren“.

Ende des Jahres merkte ich, dass ich bei Googles „Blogger“ nicht mehr glücklich war. Bea Creative begann, sich neu einzurichten und jetzt bin ich hier. Ich habe zwei Posts und keinen Redaktionsplan, mein Blog ist weder mit den Webmaster-Tools verknüpft, noch mit Analytics, ich nutze kein Yoast und im Moment auch keine Hootsuite. Das erst zu machen, bevor man online geht, ist mir zu strategisch, zu logisch, zu verkopft. Ich mach das, wenn ich Lust dazu hab. Nun kannst du sagen: So bloggt man nicht. Man bloggt für den Leser, sonst kann man auch Tagebuch schreiben. Stimmt – du hast völlig recht.

Die wunderbare Fotografin und Dokumentarfilmerin Herlinde Koelbl näherte sich aber bereits im Jahr 2001 im Film „Die Meute“ dem Wesen von Medienakteuren, das sich durchaus auf Blogger übertragen lässt. Von Kurt Kister, heute Chefredakteur der Süddeutschen Zeitung, stammt darin der Satz: „Wenn man uns fragt, dann sagen wir natürlich, wir schreiben für den Leser. Aber selbstverständlich schreiben wir nicht zuletzt auch für uns selbst.“

In diesem Sinne freue ich mich, wenn du mir trotz bewusster Regelbrüche beim Wachsen zuschaust – wie die Blumen in meinem Insta-Feed, die immer dahin wachsen, wo das Licht ist.

Alles Liebe

Deine Bea Creative

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