Pazifischer Nordwesten // Teil 2: Jetlag & Space Needle

Seattle Space Needle vor Wolken

Exakt um 11.10 Uhr vormittags, mit nur 4 Minuten Verspätung, war unser Flieger in Seattle-Tacoma gelandet. Wie schon erzählt, war das der Start unserer fünften Reise auf den amerikanischen Kontinent. Deswegen hatten wir aus Erfahrung gelernt und gute Strategien gegen den Jetlag entwickelt. Von Europa in Richtung Pazifischer Nordwesten wird die Uhr um genau 9 Stunden zurückgestellt. Bedeutet: Wir waren kurz nach 11 Uhr am Flughafen Seattle-Tacoma gelandet, in Deutschland war es zu diesem Zeitpunkt kurz nach 20 Uhr. Erfahrungsgemäß ist der Jetlag in diese Richtung immer weniger „schlimm“. Trotzdem sollte man aus unserer Sicht, zwei Dinge beachten:

  1. Sofort am ersten Reisetag in den Tag-Nacht-Rhythmus des neuen Ortes kommen
  2. Daraus folgt, sich am frühen Nachmittag nur kurz im Hotel hinlegen, abends aufbrechen (auch wenn es schwerfällt), sich etwas anschauen – und dann gegen 22 Uhr/23 Uhr schlafen gehen.

Das heißt im Prinzip, dass man am ersten Tag, vom Körperrhythmus aus gesehen, so richtig schön „Party macht“, wie zu besten Studentenzeiten gegen 6 Uhr morgens ins Bett fällt und schön bis mittags schläft 😉

Seattle zu Fuß erkunden

Unser Reiseveranstalter hatte das Warwick Hotel für uns gebucht, nachdem wir das Roosevelt a Coast Hotel abgelehnt hatten. Ich glaube, das war eine gute Entscheidung, diese hat aber etwas mit unserem individuellen Hotelgeschmack zu tun.

Das Warwick liegt in Belltown. Der Neighborhood ist ein typisches amerikanisches downtownnahes Stadtviertel mit Skyscrapern, Kaufhäusern wie Macy’s, Starbucks und einer Restaurantszene, die nicht nur für Touristen, sondern vor allem auch für Geschäftsleute gemacht ist: schnell und durchschnittlich preiswert. Von Belltown aus ist es zu Fuß weder weit zum Pike Place Market (rechter Hand) noch zum City Center mit der Space Needle (linker Hand) oder zur Waterfront. Nach Capitol Hill und Queen Anne oder zum Lake Union wäre es dagegen ambitioniert, zu Fuß zu gehen.

Hot Wings im 5 Point Café

Wir entschieden uns, nach dem besagten kurzen Schlaf am Nachmittag, abends zur Space Needle zu gehen. Es ist einfach DAS Wahrzeichen von Seattle, außerdem finden wir es immer gut, eine Stadt zuallererst von oben zu sehen, bevor man sie weiter erkundet.

Auf dem Weg dorthin suchten wir ein Diner, in dem wir nach der Besichtigung unser obligatorisches Essen ordern können, das wir in Nordamerika immer bestellen: „Really hot wings, BBQ, served with celery sticks, carrots, and bleu cheese dressing“ sowie einen „Caesar Salad“.

Wir fanden das 5 Point Cafe, das angeblich „Washington State’s Most Iconic Bar“ sein soll. Aber so ist das mit den Superlativen in Amerika: Manchmal stimmt’s und manchmal ist es einfach nur gutes Marketing. In diesem Fall steht zumindest auf der Positiv-Liste, dass das Café auf eine wirklich lange Geschichte an der Denny Regrade (Straße) zurückblickt und wirklich als ein Must-see bei den Seattleites gilt. Das Essen und Trinken – betitelt mit „American comfort food“, sprich: Burger und Fritten und „legendary stiff drinks“, also: Bier – waren okay und vergleichsweise teuer, aber dafür lag das 5 Point Café eben auch zentral. Wir zahlten insgesamt 45 Euro plus 6 Dollar Trinkgeld für Wings, Burger, Salat, O-Saft, Kaffee, Bier und Cider.

Definetely no Pokémon here

Nett war im 5 Point Café die Leuchtreklame mit dem Hinweis „Definetely no Pokémon here“ – eine Anspielung auf das im Sommer 2016 populär gewordene Game „Pokémon GO!“ – und die Straßenmusik, welche in unsere vom Jetlag aufgeweichten Gehirne drang wie Schallwellen in ein Aquarium.

 

5 Point Café Seattle Schild no Pokemon here

Die Seattleites haben Humor 😉

 

Straßenmusiker an der Denny Regrade Seattle

Farbenfrohe Straßenmusik an der Denny Regrade.

Nur wenige Meter von der Denny Regrade entfernt erhaschten wir unseren ersten Blick auf die Space Needle. Das Wahrzeichen von Seattle wurde 1961 bis 1962 gebaut und war zu diesem Zeitpunkt nach den Pylonen der Golden Gate Bridge das zweithöchste Gebäude der USA westlich des Mississippi. Es war das erste mit einem drehbaren Restaurant in Nordamerika. Anlass des Baus war die Weltausstellung 1962 mit dem Motto „Das Leben des Menschen im Weltraumzeitalter“.

 

Seattle Space Needle vor Wolken

Unser erster Blick auf die Space Needle.

Die Website der Space Needle ist ein Musterbeispiel für Storytelling von Museen. Der Legende nach soll der Erfinder der Space Needle sie zuerst auf einer Restaurantservierte skizziert und benannt haben. Eine tolle Idee ist es auch, mit den Herkunftsländern der Besucher zu spielen.

 

Space Needle Aussichtsplattform LED Wand Heimatorte Besucher angezeigt

Auf einer LED-Wand werden oben in der Aussichtsplattform der Space Needle die Heimatorte der Besucher eingeblendet. Namen und Orte gibt man selbst zuvor ein.

Wir waren während unserer Reisen schon auf vielen der (heutigen und ehemals) höchsten Gebäude der Welt, unter anderem auf dem CN-Tower in Toronto. Der Ausblick ist jedes Mal umwerfend, wurde aber von der Space Needle nochmal locker getoppt. Dazu muss man wissen: Seattle liegt auf einer Landenge zwischen dem Puget Sound und dem Lake Washington. Der Puget Sound hat einen Zugang zum Pazifik und auf der gegenüberliegenden Uferseite erheben sich die Olympic Mountains. Dieses Zusammenspiel aus Meerenge, Gebirgen und amerikanischer Stadt ist einmalig. Im Reisebüro wurde uns gesagt, Seattle sei eine der am meisten unterschätzten Städte in den USA und touristisch gesehen nur „Number 3 destination“ – nach dem Dreieck LA, San Francisco, Las Vegas auf der einen und New York auf der anderen Seite. Seattle – eine Number 3 destination? Entscheide selbst:

 

Der Ausblick von der Space Needle …

 

auf den Pudget Sound ..

 

..den Lake Washington ..

 

.. und das wunderbare Seattle.

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