Pazifischer Nordwesten // Teil 1: Vorbereitungen & Flug

Unsere Reise in den Pazifischen Nordwesten der USA war unsere fünfte Reise nach Nord- und Mittelamerika. Entsprechend hatten wir schon Erfahrung mit Anbietern von Amerikareisen. Wir waren mit der TUI in Ostkanada, mit Canusa in USA-West und USA-Ost und mit Meiers Weltreisen in Mexiko. Bis auf Mexiko waren es ausschließlich Mietwagenrundreisen.

Reiseanbieter oder selbst buchen? Wir meinen: selbst buchen!

Dieses Mal entschieden wir uns für America Unlimited. Das funktionierte gut, während der Reise haben wir aber besprochen, dass wir beim nächsten Mal die Tour komplett selbst zusammenstellen würden. Hintergrund ist, dass wir mit jeder Reise ein Stück individueller geworden sind. Für Ostkanada hatten wir noch eine Rundreise gebucht, wie sie im Katalog abgedruckt war. Davon sind wir heute weit entfernt. Rundreisen im Katalog sind meistens extrem genormt und enthalten viele Highlights nicht, die einem dann später auf der Tour begegnen, für die aber keine Zeit mehr ist. Bei den folgenden Reisen informierten wir uns vorher viel umfangreicher und stellten dann die Touren mit Einzelbausteinen zusammen. Aber Unterkünfte in Orten, die abseits der üblichen Routen und des Massentourismus liegen, führen die Reiseanbieter nicht im Programm. Zudem ist es so, dass individuelle Strecken, die von Reiseanbietern nach den Wünschen der Reisenden zusammengestellt werden, inzwischen sehr teuer sind. Gerade bei den Hotels sind wir davon überzeugt, dass man mit einer guten Recherche viel günstigere Alternativen buchen kann, die sogar noch komfortabler und liebevoller sind. Bei den Flügen lohnen sich sicherlich auch Preisvergleiche über einen längeren Zeitraum, eventuell mithilfe von Preisvergleichsportalen. Beim Mietwagen war es so, dass wir eigentlich unsere Reise mit dem Yellowstone Nationalpark beginnen und dann nach Seattle fahren wollten. Dafür wäre aber eine Einweggebühr von 500 Dollar angefallen, weswegen wir unsere Tour abänderten. Dies wäre aber wahrscheinlich auch bei Selbstbuchung der Fall gewesen. Um alles selbst zu buchen, fehlte uns dieses Mal die Zeit. Wir flogen nach nur etwa drei Wochen Planung. Bei so weiten Reisen ist es dennoch wichtig, sich über eine Reiseversicherung zu informieren. Diese kann man direkt über das Reisebüro erhalten oder selbst berechnen.

Einen Langstreckenflug mit Flighttracking verbringen

Natürlich benötigten wir wieder eine ESTA-Registrierung, und unser Reiseanbieter riet uns auch zu einer eTA-Registrierung für das Passieren der Grenze nach Kanada mit dem Mietwagen, obwohl eTA grundsätzlich vorerst nur für die Einreise per Flug Pflicht ist. Hier muss man vorsichtig sein, denn im Internet gibt es viele Anbieter, die mit dem gesamten Branding der Regierungen arbeiten, so dass man denkt, es handelt sich um die offizielle ESTA- bzw. eTA-Seite. Für das Kurzvisum knöpfen sie einem dann ein Vielfaches an Gebühren ab. Eine ESTA-Registrierung kostet zurzeit 14 USD und eTA 7 CAD. Die offizielle ESTA-Seite findest du hier, und die eTA-Seite hier. ESTA ist für zwei Jahre gültig oder bis der Reisepass abläuft. Der Aufenthalt ist begrenzt auf 90 Tage. Ein Reisepass ist nötig, und er muss für die gesamte Aufenthaltsdauer gültig sein. Für Kanada gilt dasselbe, nur dass die eTA-Registrierung sogar maximal 5 Jahre gilt.

Wer, wie ich, immer unsicher ist, ob man eine Nagelschere in den Koffer tun darf, findet die aktuellen Gepäckbestimmungen hier. Und ja, natürlich darf man das. Koffer übrigens NIE abschließen, er wird von der Transportation Security Administration konsequent untersucht und notfalls aufgebrochen. Als Nachweis der Untersuchung liegt dann eine „Notice of Baggage Inspection“ im Koffer.

Unser Flug startete von Hannover mit einem Zubringerflug nach Amsterdam und dann nonstop nach Seattle-Tacoma. Wir hatten gefragt, ob ein Flug nach/von Vancouver günstiger wäre, das war aber nicht der Fall. Die operierenden Fluggesellschaften waren diesmal KLM und Delta Airlines, wobei KLM die Verbindung Hannover – Amsterdam und Delta den längeren Abschnitt Amsterdam – Seattle absolvierte. Wir hatten bei Langstreckenflügen den Vergleich mit Air France, Lufthansa und Condor – und dabei lag Delta ganz klar vorn. Der Service war sehr gut koordiniert, das Essen okay – soweit man bei Flugzeugessen davon sprechen kann – und vor allem die Bildschirme waren perfekt. Während wir den zehnstündigen Flug nach Mexiko mit Condor noch mit Bildschirmen auf dem Gang meistern mussten, sind die Bildschirme bei Delta auf der Rückseite des Vordersitzes installiert worden, so wie wir es eigentlich auch mittlerweile für einen Standard halten. Darüber hinaus war das Film- und Serienangebot bei Delta super. Wir hatten übrigens insgesamt 106 Euro (einfache Strecke) ausgegeben, um zwei Plätze am Fenster zu bekommen. Aus unserer Sicht lohnt es sich in dieser schwierigen Bewegungsunfreiheit durchaus, nicht in einer Viererreihe zu sitzen und nicht zu wissen, wen man als Sitznachbarn bekommt, sondern nur in einer Zweierreihe – und als Sitznachbarn den Ehepartner zu haben 😉

 

Flugzeug Airbus AMS Shiphol

PIN IT! Für einen Flug über den Atlantik und 7848 Kilometer war der Airbus A 330-300 recht klein.

PIN IT!

Ein Highlight war das Flight Tracking, das ich persönlich immer faszinierend finde. Ich könnte stundenlang schauen, wie man in den Tag fliegt, während sich über den Osten langsam die Nacht legt. Die Strecke verfolgen und gucken, wie sich die Daten von Minuten, Höhen und Entfernungen ändern und wie das Flugzeug reagiert, wenn es die Küstenlinie überquert. Wer seine genauen Flugdaten nicht mehr abrufen kann, weil die Fluggesellschaften und Airports nur auf wenige Tage zurückdatieren, sollte sich bei FlightStats anmelden und zwar in der kostenlosen Variante. Dort konnte ich noch Monate nach unserem Flug genauestens ablesen, wie lange der Flug dauerte – nämlich 10 Stunden und 6 Minuten – und wann der Flieger den Runway in Amsterdam verlassen hatte.

 

Karte Flight Tracking Amsterdam Seattle

PIN IT! Die Flugroute von Amsterdam nach Seattle führt wegen der Erdkrümmung weit über die Nordhalbkugel.

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Auf der Reise in den Nordwesten der USA zog der Flieger einen hohen Bogen über dem Nordatlantik und überflog das untere Drittel Grönlands auf Höhe . Es war interessant zu erfahren, wie Grönland überhaupt aussieht – völlig ohne Kenntnis hatte ich es mir immer als riesige flache Eisfläche vorgestellt, natürlich ist es aber sehr bergig und von Gletschern überzogen. Außerdem sahen wir wieder Eisberge. Diese hatten wir schon 2010 während des Flugs nach San Francisco zum ersten Mal im Leben gesehen, als der Flieger auch Grönland passierte, jedoch nur die Südspitze.

 

Flugzeugturbine und Sicht auf Grönland

PIN IT! Erste Eindrücke von Grönland auf Höhe Ittoqqortoomiit.

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Flugzeugturbine und Sicht von oben auf Grönland

PIN IT! Bergig, überzogen mit Gletschern, unbewohnbar – das ist Grönland abseits der bewohnten Küstenregionen.

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Berge ragen aus der Wolkendecke über Nordamerika

PIN IT! In den letzten beiden Stunden vor der Landung in Seattle-Tacoma sahen wir viele Gipfel der Berge kanadischer Nationalparks aus den Wolken emporragen. Leider weiß ich die Namen der Berge nicht.

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Im Anflug auf Seattle sah das Wetter nicht vielversprechend aus. Ziemlich bewölkt und grau. Aber der Tag der Ankunft war der einzige mit eher mäßigem Wetter. Schon am nächsten Tag klarte es auf und wir hatten 21 Tage Sonne, nie Regen und kaum Wolken. Oft wird der pazifische Nordwesten als „Regenloch“ beschrieben – eine einzige Wolkendecke, die praktisch nie aufreißt. Das stimmt absolut nicht. Wie in Deutschland auch gibt es im Sommer die wenigsten Regentage. Als wir im August da waren, sprachen die Menschen von einem Jahrhundertsommer: Es war tierisch heiß. August ist der trockenste Monat und somit die beste Reisezeit für den Pazifischen Nordwesten.

 

Flugzeugturbine Seattle von oben

PIN IT! Anflug auf Seattle.

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Flugzeug der Alaska Airlines auf dem Flughafen Seattle-Tacoma

PIN IT! Natürlich stehen auf dem Flughafen Seattle-Tacoma viele Flieger in den nördlichsten US-Bundesstaat Alaska – unser Traumziel für eine der nächsten Fernreisen.

PIN IT!

Zum Hotel fuhren wir mit dem Airport Downtowner für knapp 34 Euro… und dann ging’s erstmal kurz schlafen, erholen vom Langstreckenflug.

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