Pazifischer Nordwesten // Teil 3: Ein voller Tag Seattle

Seattle Skyline tagsüber vom Meer aus

Der zweite Tag unserer Rundreise war nur für Seattle reserviert. Viele Städte bieten ja inzwischen einen City Pass an, und ich finde, man muss immer schauen, was enthalten ist. Wenn eine große Zahl Attraktionen dabei ist, die man sowieso sehen möchte und es zeitlich auch schafft, ist so ein Couponheft immer gut. Wir entschieden uns, einen Seattle City Pass zu kaufen und zahlten rund 140 Euro mit Auslandseinsatzgeld für die Kreditkarte, also 70 Euro pro Person. Dafür erhielten wir zweimal innerhalb von 24 Stunden Zutritt zur Space Needle, so genossen wir die Aussicht einmal bei Sonnenuntergang und einmal am Tag.

Außerdem konnten wir wählen zwischen dem Eintritt ins EMP Museum oder in den Woodland Park Zoo sowie zwischen dem Eintritt in die Ausstellung Chihuly Garden and Glass oder ins Pacific Science Center. Und: Auch eine Hafenrundfahrt mit Argosy Cruises war enthalten. Wir hätten auch noch ins Seattle Aquarium gehen können, das haben wir aber zeitlich nicht mehr geschafft und somit die letzte Karte aus dem Pass an zwei Deutsche verschenkt. Letztendlich zahlten wir also durchschnittlich 14 Euro Eintritt pro Sehenswürdigkeit pro Person.

Chihuly Garden and Glass war unsere erste Station an diesem Tag. Es liegt unterhalb der Space Needle und ist eine Ausstellung, mit der Seattle „die Beschwingtheit der Kunst in seiner Gemeinschaft feiern“ will. Chihuly ist der Name von Dale Chihuly, einer der bekanntesten Glasbläser weltweit. Chihuly hat die Glasbläserei sogar studiert und 1967 mit dem Master Degree abgeschlossen. Er lernte von einem Professor namens Harvey Littleton, Pionier der amerikanischen Studioglasbewegung. Chihuly Garden and Glass beherbergt mehrere Indoor- und Outdoor-Ausstellungsräume mit spektakulären Objekten, wobei ich nie verstehen werde, wie man so etwas erschaffen kann. Wahrscheinlich das Wesen von Kunst.

Ich nehm‘ dich jetzt mit auf eine Tour:

 

Chihuly Garden and Glass Seattle

Der Besucher gelangt zunächst in den Glass Forest und über den Northwest Room zum Sealife Room. Dort steht ein riesiges Gebilde in unterschiedlichen Blautönen, das an die unzähligen Arme von Tintenfischen erinnert.

 

Chihuly Garden and Glass Seattle

Atemberaubend ist im nächsten Raum der Persian Ceiling mit überdimensionalen Glasstücken, die über den Köpfen der Besucher auf einer Glasplatte liegen.

 

Chihuly Garden and Glass Seattle

Hinter der nächsten Tür erwartet den Besucher mit Mille Fiori ein Phantasiewald mit Blumenfeld aus Glas.

 

Chihuly Garden and Glass Seattle

Die Ikebana und Float Boats Serie ist von Chihulys Besuch in Finnland, dem Land der tausend Seen, beeinflusst.

 

Chihuly Garden and Glass Seattle

Die Chandeliers – Kronleuchter – von Chihuly hängen auch in London.

 

Chihuly Garden and Glass Seattle

Der Macchia Forest zeigt riesige Blumenkelche.

Über dem 40 Fuß hohen Glasshouse spannt sich ein Glashimmel. Der Raum ist ein gutes Beispiel dafür, wie Chihulys Kunst mit den riesigen Räumen verschmilzt. Außerdem stellt der Raum eine gute thematische Überleitung zum Außenareal. Der Garten ist besonders atemberaubend. Die Glaskunst fügt sich so wunderschön zwischen die Blumen, dass man sich wie im Kunstparadies fühlt.

 

I want people to be overwhelmed with light and color in a way they have never experienced.

Dale Chihuly

 

Als wir uns an Chihulys Meisterstücken sattgesehen hatten, gingen wir ins vom Architekten Frank O. Gehry designte EMP Museum für Rockmusik, Popkultur und Science Fiction. Dort hatten wir es insbesondere auf die Ausstellung „Nirvana – Taking Punk to the Masses“ abgesehen. Dazu aber mehr im nächsten Artikel, der sich mit Nirvanaland beschäftigt.

Während Space Needle, EMP Museum und Chihuly Garden and Glass direkt nebeneinander sind, ist der Weg zur Seaside und zum Pike Place Market ziemlich lang. Wir gingen ihn trotzdem zu Fuß und kamen noch rechtzeitig zu einer der letzten Harbor Cruises an dem Tag, mit Argosy Cruises vom Pier 55 aus. Weil der Akku meiner Kamera leer war, fotografierten wir mit dem Handy, und davon möchte ich dir ein Foto zeigen:

 

Seattle Skyline tagsüber vom Meer aus

Die Skyline von Seattle

Wir aßen an dem Tag in der Lunchbar vom EMP Museum für rund 16 Euro sowie im Red Robin am Hafen für rund 36 Euro. Das sind natürlich keine In-Locations zum Essen in Seattle, aber sie lagen einfach auf dem Weg und der Whisky-Burger im Red Robin war tasty. Hier ein paar Restauranttipps, die ich vor der Reise für Seattle herausgesucht habe:

Green Leaf (best Vietnamese food around)

Ma’Ono Fried Chicken and Whisky (West Seattle is a trek from downtown but it’s worth it for this chicken, with its burnished, crisp skin and accompanying kimchi, rice, and dipping sauces. Chef-owner Mark Fuller also mines his Hawaiian heritage to make ethereal manapua (steamed pork buns) and hangover-curing saimin, a Hawaiian version of ramen, with pork belly and toasted seaweed)

Spinasse (food of the Piedmont region of northern Italy)

Hot Cakes (Though it is best known for its molten chocolate cakes in tiny Mason jars, the real winner is the milkshakes, i.e. the no-nonsense dark chocolate flavour – thick, creamy, and not too sweet – though the Drunken Sailor shake, with peanut butter, caramel, and whiskey, has been known to sway me. And the salted peanut butter cookie, spiked with milk chocolate chunks, more than does the job.)

Poppy (The restaurant takes its inspiration from a thali, an Indian metal platter with small, fitted with small bowls of vegetables.)

Und bekanntlich ist Seattle ja die Wiege von Starbucks. Kaum zu glauben, dass es den ersten Starbucks im Viertel Pike Place Market schon ab 1971, sechs Jahre vor meiner Geburt, gab. Natürlich besuchten wir den Starbucks im Viertel, aber angeblich soll der allererste Laden nicht genau dort gewesen sein, wo heute die Filiale am Pike Place Market steht. Der Kaffeegigant veröffentlich seine Geschichte im Internet – ganz interessant.

 

Und damit endet schon ein voller Tag in Seattle. Eigentlich hatten wir auch die Boeing-Werke auf dem Zettel. Ursprünglich baute Boeing seit 1936 seine Flugzeuge zwischen dem Flughafen Seattle-Tacoma und Seattle Downtown, zog aber 1968 um ins 50 Kilometer nördlich von Seattle gelegene Everett. Die dortige Fertigungshalle, Heimat des Dreamliners, ist dem Volumen nach das zweitgrößte Gebäude der Welt. Geführte Boeing Factory Touren (ohne eine geführte Tour kommt man nicht aufs Gelände) umfassen auch einen Blick auf den Dreamliner-Bau. Sie beginnen zwischen 8.30h und 17h halbstündlich, man sollte eine Stunde vorher da sein. Sie dauern 90 Minuten und kosten 20 Dollar pro Erwachsenem. Wir hoben uns die Tour für das Ende der Reise auf, da wir ohnehin aus Richtung Norden kommen würden. Leider schafften wir es dann nicht bis zum Beginn der letzten geführten Tour und so blieb uns nur das Future of Flight Aviation Center – unserer Meinung nach Geldverschwendung. Dazu musst du jedoch wissen, dass mein Mann und ich uns schon sehr viel mit Luft- und Raumfahrt beschäftigt haben und 2011 u.a. im National Air and Space Museum in Washington D.C. gewesen waren. Weil dort so ziemlich alles ausgestellt wird, was irgendwann mal Luft oder Raumfahrt neue Rekorde beschert hat, kann einen zu dem Thema danach nicht mehr viel beeindrucken. 🙂

Aber jetzt geht es erst einmal geht es ins Nirvanaland

Comments

*