Pazifischer Nordwesten // Teil 6: Mount St. Helens

Bea Creative Mount St. Helens National Volcanic Monument Dreiviertelmond hinter verbranntem Baum

Der nächste Abschnitt der Tour führte und zum Mount St. Helens, eine Strecke von circa 87 Meilen (140 km). Vom Mount St. Helens hast du vielleicht schon einmal gehört – zum einen, weil der Ausbruch des Vulkans am 18. Mai 1980 vergleichsweise noch nicht lange zurückliegt und zum anderen, weil er einer der tödlichsten und ökonomisch verheerendsten Vulkanausbrüche in der Geschichte der Vereinigten Staaten war.

Zwar wurde das Gebiet vorher evakuiert, trotzdem hielten sich noch 65 Menschen in der Verwüstungszone auf. Auf der Strecke zum Windy Ridge Viewpoint, nahe des Parkplatzes bei Bear Meadow campierten Geophysikstudent Keith Ronnholm, Amateurfotograf Gary Rosenquist sowie weitere Freunde etwa 17,6 Kilometer nordöstlich des Vulkans. Rosenquist und Ronnholm gelangen Aufnahmen als um 8.32 sich nach einem wenige Sekunden zuvor ereigneten Erdbeben der Stärke 5,1 die gesamte Nordflanke in einem der größten jemals aufgezeichneten Bergrutsche vom Mount St. Helens ablöste. Die Fotoserien sind bis heute die bekanntesten Aufnahmen des Ausbruchs. Anschließend gelang allen Campern mit ihren Autos die Flucht durch den Ascheregen gen Norden.

Die abgesprengte Seite beobachteten wir von Osten kommend von Bear Meadows und vom Windy Ridge Viewpoint.

 

Bea Creative Mount St. Helens National Volcanic Monument Caldera von Bear Meadows aus gesehen

Der Mount St. Helens von Bear Meadows aus gesehen.

 

Bea Creative Mount St. Helens National Volcanic Monument Caldera von Windy Ridge aus gesehen

Zerstörte Bergkuppel und resiliente Pflanzen: Der Mount St. Helens vom Windy Ridge Viewpoint aus betrachtet.

 

Bea Creative Mount St. Helens National Volcanic Monument Blick auf Mount Rainier

Gute Sicht auf den Mount Rainier.

Insgesamt setzte der Mount St. Helens eine Energie von etwa 24 Megatonnen TNT – etwa das 1600-fache der Hiroshima-Atombombe – frei und warf mehr als vier Kubikkilometer Material aus. Der Abrutsch der Nordflanke des Berges verringerte dessen Höhe um etwa 400 Meter. Die Vulkanasche verteilte sich über elf US-Bundesstaaten. Zur gleichen Zeit schmolzen auf dem Berg Schnee, Eis und sogar vollständige Gletscher und lösten vulkanische Schlammströme – die so genannten Lahare – aus, die bis in den über 50 Kilometer entfernten Columbia River reichten, dessen Flussbett über eine Strecke von sechs Kilometern um 7,6 Meter angehoben wurde. Das Ergebnis: Kilometerweit zerstörte Natur.

 

Bea Creative Mount St. Helens National Volcanic Monument Toter Wald

Bea Creative Mount St. Helens National Volcanic Monument Dreiviertelmond hinter verbranntem Baum

 

Doch vergleichsweise schnell hat sich die Natur ihren Raum zurückerobert. Schon Tage nach der Eruption kreuzten Hirsche die Ebene und ihre Exkremente bildeten den Nährboden für neues Leben. Ein Jahr nach dem Ausbruch wuchsen Blumen inmitten von Geröll.

 

Bea Creative Mount St. Helens National Volcanic Monument neue Pflanzen

Toter Wald und neues Leben: Die Natur erobert sich ihren Raum zurück.

 

Einigen recherchierten Aktivitäten konnten wir aus Zeitmangel nicht nachgehen. Zum einen kann man den Vulkan erklettern und braucht dafür die üblichen permits und eine Reservierung Monate zuvor, die nach dem Prinzip „first come, first served“ erfolgt. Außerdem liegen auf der Südflanke die Ape Cave, eine rund 3 km lange, 2000 Jahre alte begehbare Lavaröhre, und der Lava Canyon, ein Lavafluss, der durch den Muddy River ausgewaschen wurde, wodurch die Struktur der Lava frei liegt.

Mehr Informationen zu geführten Klettertouren am Mount St. Helens gibt es hier: www.fs.usda.gov/activity/giffordpinchot/recreation/climbing.

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