Pazifischer Nordwesten // Teil 7: Columbia River Gorge

Im Film Twilight gibt es eine Szene in Edwards Haus, vielleicht erinnerst du dich: Edward nimmt Bella huckepack und klettert mit ihr durch das Fenster, dann in rasendem Tempo von Baum zu Baum, bis er von einem der höchstgelegenen Wipfel auf ein riesiges Tal zeigt, durch das ein Fluss fließt. Das soll – ganz nach Logik der Produktonsfirma Columbia – der Columbia River sein. In der Realität ist dies kaum möglich, da der Columbia River sehr weit entfernt liegt

von der Stadt Forks in „Twilight County“, dem Olympic National Park, bekanntermaßen dem Wohnort von Bella und Edward. Trotzdem ist dieser Ausflug von Edward wirklich nachvollziehbar, denn die Schlucht des Columbia River, oder aus amerikanisch: Columbia River Gorge ist aus meiner Sicht eine der schönsten Gegenden im Pazifischen Nordwesten – und dafür aber touristisch noch relativ unbekannt.

 

Genau auf der Linie des Columbia River verläuft die Grenze zwischen Washington State und Oregon.

Damit die touristischen Highlights der Region in der Nähe liegen, lohnt sich die Buchung einer Unterkunft in Hood River. Das erste, was ich auf dem Weg aus Richtung Norden über eine der Brücken nach Oregon gesehen habe, waren kleine Nebenarme des Flusses, auf denen im Abendlicht Stand-up-Paddler chillig in die Abendsonne glitten. Neben SUP kann man am Hood River natürlich alles machen, was mit Wasser zu tun hat, zum Beispiel Jet Ski, Segeln, Kiten oder Flatwater Kayaking und sogar auch Windsurfen. Anbieter dafür sind zum Beispiel hoodriverwaterplay.com oder gorgepaddling.com.

Was die Gegend aus meiner Sicht touristisch so attraktiv macht, sind die vielen unterschiedlichen Ausflugsziele: Es ist nicht weit nach Portland, aber auch nicht in die Bergregionen des Mount Hood. Trotzdem ist man am Wasser, eben am überaus breiten Columbia River. Aus dieser an Norwegen erinnernden, fjordähnlichen Kombination ergibt sich, dass du viele spektakuläre Wasserfälle erwandern kannst, einige davon in herausfordernden Wanderungen, andere in leichten Spaziergängen. Als Startpunkt für eine solche Tour wählten wir das Vista House am Historic Columbia River Highway (Historic Route 30), der erste als Scenic Highway gebaute Highway in den USA. Das Vista House bietet zum einen eine der besten Aussichten über die Columbia River Gorge und liegt zum anderen am Startpunkt des Abschnitts Waterfall Zone des parallel zum Fluss verlaufenden Highways.

 

Columbia River Gorge vom Vista Point aus gesehen

What a view! Die Schlucht des Columbia River, vom Vista House gesehen.

Am Vista House gibt es außerdem detaillierte Karten, mit denen sich die Auswahl, zu welchen Wasserfällen man wandern möchte, leichter gestaltet.

 

Bridal Veil Falls Hood River Oregon

Als erstes gingen wir zu den Bridal Veil Falls und übersprangen damit die Latourell Falls und den Sheperd’s Dell Falls State Park…

 

Multnomah Falls Hood River Oregon bekannt aus Twilight Filmen

Danach wollten wir unbedingt die Multnomah Falls sehen, die ebenfalls aus „Twilight“ bekannt sind. Von der an der Straße gelegenen Lodge, wo es Eis und vieles mehr gibt, bis zu dieser Brücke sind es nur 0,25 Meilen.

 

Multnomah Falls Hood River Oregon bekannt aus den Twilight Filmen

Angesichts der Höhe der Multnomah Falls (189 Meter über zwei Stufen)…

 

Multnomah Falls Hood River Oregon bekannt aus den Twilight Filmen

… ist dieses Selfie „Top oft the Falls“ ziemlich gewagt.

Die nächste Station sind die Horsetail Falls, von dort aus geht es zu den Ponytail Falls. Der Weg führt unter den Ponytail Falls hindurch und dann in die Oneonta Schlucht, in der ebenfalls mehrere Wasserfälle zu sehen sind.

Schild mit Entfernungen Oneonta Trails

Die Wanderung tief in die Oneonta Schlucht hinein ist eine Challenge und nicht ungefährlich: Im Jahr 2011 verunglückte ein 22-Jähriger aus Portland dort tödlich. Zum Verhängnis wurde ihm eine der Stellen in der Schlucht, in der rutschige, unsicher ineinander verkeilte Baumstämme liegen. Dort rutsche er aus, stürzte, verletzte sich am Kopf und ertrank. Trotzdem ist die Oneonta Schlucht bei vielen Einheimischen und Touristen sehr populär und viele spektakuläre Fotos sind dort schon entstanden.

Wenn man die Nebenstraße entlang der Hiking Loops wieder verlässt und auf die Interstate 84 zurückkehrt, gibt es am Parking Lot hinter der Ausfahrt 41 eine weitere gute Wandermöglichkeit: der Eagle Creek Trail, erreichbar über die Abfahrt 41. Dieser führt über eine Strecke von zwei Meilen zu den Punch Bowl Falls. Das Wasser rauscht dort 25 Fuß in einen blau-grünen Pool einer Grotte – perfekt zum Baden.

Angesehen von den Naturschauspielen ist die Gegend rund um die Schlucht des Columbia River auch kulturell interessant: Das Weingut Maryhill Winery bietet sogar eine Konzertreihe auf einer großen Open Air Amphitheater Bühne für 4000 Menschen an. Im Jahr unseres Besuches kamen Chris Isaak und Tears for Fears – wie gern hätte ich letztere gesehen, wenn ich das vorher gewusst hätte!

Weingut ist übrigens ein gutes Stichwort: In der Columbia River Gorge herrscht mediterranes Klima, insprechend ist sie ein Paradies für den Anbau von allem Möglichen. Die Weinanbauregion sagt über sich selbst: „From Burgundy to Bordeaux in forty miles“. Die Gegend reicht nämlich von kaltem Klima im Westen (wie in Burgund, Frankreich) zu warmem Klima in The Dalles (ähnlich wie in Bordeaux). Wenn man in Frankreich die ganze Bandbreite unterschiedlicher Weine erfahren möchte, muss man meilenweit fahren. In der Columbia Gorge erhalten Weintester diese in einer kurzen Distanz von 40 Meilen. Interessante Weingüter, von denen wir leider aus Zeitgründen keines besichtigen konnten, sind: Cathedral Ridge Winery, Jacob Williams Winery, AniChe Cellars, Mount Hood Winery und die Wy’East Vineyards mit ihren „stunning views“.

Durch Klima und die sehr alternativ tickenden Menschen in Oregon sind an der Columbia River Gorge diverse Farmen zu finden: fruit stands, berry farms, lavender fields und vieles mehr – zu allem bieten Internet- und Facebookseite hoodriverfruitloop den besten Überblick und Zugang. Herausgreifen möchte ich trotzdem die beiden Lavendelfarmen hoodriverlavender und lavendervalley, weil ich die Kombination aus Weinregion und Lavendelfelder – und das im Pazifischen Nordwesten – einfach genial finde.

Die ganzen organic grown products prädestinieren die Region natürlich dazu, „Farmers Markets“ anzubieten, und entsprechend gibt es davon einige. Hier findest du Ort und Zeit der wichtigsten Farmers Markets:

  • Hood Rivers Farmer’s Market

May 7 bis Nov 19

Samstag, 9 bis 13h

5th and Columbia Parking lot in Downtown

 

  • Mercado del valle

June 18 bis Sept 24

Samstag, 16 bis 19h

Downtown Odell

 

  • Moisiers Farmers Market

June 19 bis Sept 25

Sonntag, 16 bis 19h

Downtown Moisier

 

Zwei Blogs von einheimischen Frauen, die unter anderem über Food bloggen, sind Gorgeinthegorge und withlovekacie. Und last but not least möchte ich dir ein paar Restaurantipps geben, die nicht verlinkt sind – du musst sie also selbst in den Browser einfügen 🙂

 

  • All American Food

http://www.applevalleybbq.com/

http://brianspourhouse.com/ (schöne Location)

http://bridgesidedining.com/

 

  • Pizza

http://www.skylighttheater.com/ (Pizza und Kino)

http://www.beneventispizza.com/

 

  • Chinesisch

http://www.chinagorge.com/

 

  • Japanisch

http://www.sushiokalani.com/

 

  • Gehoben

https://www.celilorestaurant.com/

 

  • Alternative

http://solsticewoodfirecafe.com/catering/

 

  • Outdoor Location

http://www.stonehedgeweddings.com/

 

  • Craft beer

https://www.backwoodsbrewingcompany.com/

http://clocktowerales.com/

 

Zwei Spots lege ich dir noch besonders ans Herz und verlinke sie auch: Mike’s Ice Cream gibt es seit 30 Jahren, viele Einwohner aus Hood River haben in ihrer Jugend dort ihren ersten Nebejob gehabt. Bei Oldtrunkhr, findest du Antiquitäten, Fruit Stands, Espresso und eine Soda Fountain. Klingt gut, oder?

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