Eines Tages musst Du aufhören die Bücher anderer Menschen zu lesen, um Dein eigenes Buch zu schreiben.

— Albert Einstein

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Zurück zum Online-Tagebuch
Mit dem Bea Creative Blog for Creative Minds kehre ich bewusst zurück in die Zeit, als Blogs noch Web-Logbücher waren – auf Websiten geführte und damit – meist öffentlich – einsehbare Tagebücher oder Journale, in denen Aufzeichnungen geführt und Gedanken niedergeschrieben wurden.

Ich bin somit kein Influencer und habe keine nennenswerte Reichweite. Vor allem mag ich mich nicht nach den Regeln „professioneller“ Blogs richten, wonach Inhalte RITE (= relevant, interesting, timell, entertaining) sein und somit einen Mehrwert für die Leser bieten sollen. Im persönlichen Austausch mit anderen Bloggern fragte ich mich oft: Wer bestimmt, was „professionell“ ist? Wie ist „Mehrwert“ genau definiert? Durch den zigtausendsten Reisebloggerartikel „7 Gründe, warum du nach xyz reisen solltest“? ..

Warum es dich trotzdem bereichert, meinen Blog zu lesen
Weil ich mich positioniere, ohne gefallen zu wollen.
Weil dich meine Gedanken über einen reduzierten Lebensstil interessieren könnten.
Weil ich meine Reiseerlebnisse detailliert weitergebe und dabei meine journalistische Erfahrung nutze.

Was ich mit „living with less“ meine
Als ich anfing, in meinem Leben „weniger“ statt „mehr“ zu wollen, ging ich von dem Gedanken aus, dass ich zum jetzigen Zeitpunkt meiner Biographie grundsätzlich alles aus mir selbst schöpfen kann. Materieller Besitz garantiert immer nur einen kurzen Glücksmoment – bis das neu gekaufte Kleidungsstück schon wieder langweilig geworden ist oder man sich an den breiteren Fernsehbildschirm gewöhnt hat. Ich denke, dass viele Menschen etwas kaufen, um ihre Zeit auszufüllen und damit auch eine gewisse „Leere“ zuschütten wollen, die sie verspüren.

Als ich meine berufliche Karriere aufbaute, glitt jedoch auch ich über in ein Leben, dass sich aus „extrensischer Motivation“ speiste. Der Unterschied zwischen intrinsischer und extrinsischer Motivation liegt auf der einen Seite in einem persönlichen Bedürfnis, etwas zu erreichen, um dadurch Zufriedenheit und Erfüllung zu finden. Wenn es auf der anderen Seite darum geht, Geld zu verdienen, deinen Chef zu beeindrucken, oder ein generell ein bestimmtes Ansehen in deinem Umfeld zu haben, dann handelst du extrinsisch motiviert. Beide Formen sind in unserer Gesellschaft wichtig, aber die Motivation, die von innen kommt, ist am wichtigsten.

Mit über 40 kehrte es glücklicherweise zu mir zurück – das Gefühl, nur von dem leben zu können, was ich bereits besitze. Während ich beobachte, dass viele in meinem Umkreis weiterhin nach Zerstreuung suchen, beim Shoppen oder bei Netflix und in einer sich immer höher schraubenden Spirale von materiellen Ansprüchen, habe ich mittlerweile keinerlei Problem mehr damit, ein ganzes Wochenende zu Hause und in der Natur um unser Dorf herum zu verbringen, Sport zu machen, Dinge auszusortieren und meine Erinnerungen an viele viele Reisen und andere Lebenserfahrungen zu dokumentieren. Ich habe tausende von Fotos, aber auch niedergeschriebene Erinnerungen – und dann noch meine Bücher und Filme. Es würde reichen, sie alle noch mal zu lesen, nochmal zu schauen, kein Kindle-Download wäre mehr notwendig. Ich weiß nicht, wie lange ich mich nur mit dem beschäftigen kann, was hinter mir liegt. Aber momentan reicht es, meine Zeit auszufüllen.

Wenn ich also etwas Neues will – einen materiellen Gegenstand kaufen, ein neues Interessensgebiet erkunden oder eine Veranstaltung besuchen, die mir neue Themen und Menschen zuführen wird – dann halte ich heute immer inne und frage mich: Brauche ich davon wirklich mehr? Immer häufiger gelingt es mir, dann abzusagen oder etwas nicht zu kaufen und gedanklich wieder zu dem zurückzukehren, was ich habe. Um damit meine Zeit zu füllen.

Deshalb gibt es den Blog Bea Creative: Was ich erfahre, Informationen und Fotos, kann ich archivieren, brauche aber keinen Platz dafür, wie man ihn zum Beispiel für ein Fotoalbum oder neue Bücher bräuchte.

Schon immer ging ich das Leben kreativ an und bin äußerst produktiv. Meine Schulhefte sind voller Zeichnungen über das, was ich hörte. Zum Beispiel zeichnete ich mit Akribie die Zellen aus dem Biologieunterricht. Ich malte im Sommer auf der Terrasse. Wenn ich beim Draußen spielen Lehm fand, formte ich Tassen davon. Freihändig ließ ich einen Elefanten aus Ton entstehen, bis heute weiß ich nicht, wie mir der auf einmal gelang. Ich hatte wie Linnea einen kleinen Garten und arbeitete in der Schule im Werken mit Holz. Und ich schrieb und schrieb und schrieb. Texte zu produzieren wurde mein Brotjob. Die Kreativität ist immer da. Auch wenn ich nichts Materielles erschaffe, plane ich neue Reisestrecken.

Mein Spitzname Bea passte also gut zu „Creative“ und so entstand das Projekt BE A CREATIVE.

„Eines Tages musst Du aufhören die Bücher anderer Menschen zu lesen, um Dein eigenes Buch zu schreiben.“ Mit diesem Zitat will ich nicht ausdrücken, dass ich gar keine Bücher mehr lese. Sondern dass ich den Blick nicht aufs Äußere, dafür nach innen richte. Das hilft beim Reduzieren von materiellen Dingen und der Fokussierung auf den Moment. Dies wiederum führt dazu, die Augen zu öffnen für die Natur, ihren ewigen Kreislauf und das Wesentliche in dieser Welt – das nicht das Haus, das Auto, das Boot, die Armbanduhr, der Pool oder der Thermomix ist.

Reisen sind auch etwas Materielles
Das stimmt. Besonders Flugreisen richten unseren Planeten nicht weniger zugrunde als die Herstellung von Kleidung, Autos oder Lebensmitteln. Deswegen verstehe ich Reisen nicht nur im klassischen Sinn. Mir geht es ganz klar auch um Alltagsfluchten, auf denen Erinnerungen entstehen, mit deren Verarbeitung ich mich wieder eine Weile beschäftigen kann. Die in Alltagsphasen dazu führen, wieder mit weniger auskommen zu können. Quasi ein „Aus dem Koffer leben“ während des ganz normalen Worklifes.

Und Travelwriting, das mache ich nicht nur für mich. Seit über einem Jahrzehnt reise ich mit meinem Mann. Während er meistens das Auto fährt, plane ich die Strecken von zu Hause aus oder während der Reise. Oft weiß er nicht, wie der Ort, das Restaurant, der Strand heißt, an dem wir sind. Dies digital für immer festzuhalten im digitalen Tagebuch, das mache ich für uns.

Ich betreibe diesen Blog aus rein privatem Interesse. Alle ausgehenden Links beruhen nicht auf Werbung, für die ich Geld bekomme.